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Ernst Theis

Wissenschaft/Lehre

Wissenschaft

Dissertation 'MUSIK FÜR DAS MEDIUM RADIO (1923-1934)'
Mit dieser Dissertation legt Ernst Theis eine Arbeit vor, die sich mit den medialen Entwicklungen der Entstehungszeit des Radiowesens in den 1920er Jahren, den damit verbundenen Chancen fĂŒr die Musikbranche aber auch mit den vergebenen Chancen, die sich damals durch die vorhandenen technologischen Gegebenheiten der Musikbranche geboten hĂ€tten, beschĂ€ftigt.
Hinzukommend stellt er sich mit seiner Dissertation auch der Frage, wie an Kunsthochschulen und -universitĂ€ten Forschung betrieben werden soll. Als er seine Arbeit einreicht, umfasst seine Dissertation drei BĂ€nde. Den thematischen Hauptband, einen ergĂ€nzenden dokumentierenden Anhangsband und drei Doppel-CDs mit RadioMusiken aus dem Untersuchungszeitraum, die er beim Label CPO herausgebracht hat. Mit seiner Arbeit legt er einen Dissertation vor, deren wissenschaftlicher Teil in den TontrĂ€gern seine kĂŒnstlerische Entsprechung hat.
 
Ernst Theis' jĂŒngste Arbeit ist die historische Neubewertung der Geschichte des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker. Eine ausfĂŒhrlich Recherche im Verlauf des Jahres 2015 förderte Erkenntnisse zu Tage, die bislang vollkommen unbekannt waren. Die Wiener Philharmoniker prĂ€sentierten sie im Rahmen der Pressekonferenz zum Neujahrskonzert 2016 am 27. Dezember 2015. Ernst Theis zeigte damit auf, dass Forschung im Kunstbereich unter Anwendung entsprechender kunstorientierter Kriterien Ergebnisse zu Tage fördert, die ein Kunstprojekt völlig anders dastehen lassen können, wie in diesem Fall das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, als wenn wissenschaftliche, nicht kĂŒnstlerische Fachbereiche sich damit beschĂ€ftigen und dabei alle kĂŒnstlerischen Kriterien aussparen. Damit dringt Ernst Theis tief in die Fragestellung ein, wie Forschung in der Kunst stattfinden soll. Eine viel gestellte und noch nicht beantwortete Frage.
Lesen Sie hier mehr zum Thema Die Geschichte des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker.
 
Ernst Theis' musiksoziologische BeschĂ€ftigung umfasst die Bereiche Medientheorie und die Wirkung der medialen Welt auf die Gesellschaft im Allgemeinen und auf die Kultur- und den Musikbereich im Besonderen. Seit seinem Studium am Institut fĂŒr Musiksoziologie an der UniversitĂ€t fĂŒr Musik und darstellenden Kunst Wien hat er sich viele Einblicke in die Prozesse unserer medialen Welt und Hinweise auf die kulturellen Notwendigkeiten, wie diesen Entwicklungen sowohl im Kunstproduktions- wie auch im Kunstausbildungsbereich geeignet begegnet werden könnte, verschafft. Er ist deshalb bereits fĂŒr verschiede Institutionen zu einem gefragten Ansprechpartner zu einschlĂ€gigen Themen geworden. Beispielsweise lud ihn die Firma IBM Austria zu VortrĂ€gen zum Thema Kollektiv und Individuum – Struktur und KreativitĂ€t auf ihre Betriebsjahreshauptversammlung ein. Ein weiteres Thema ist Orchester/Theater/Management, ĂŒber das er an der Donau-UniversitĂ€t Krems sprach.
 
Zeit seiner Karriere beschĂ€ftigen Ernst Theis Themen, die nicht nur im Bereich der Interpretation von Musik allein angesiedelt sind. Im Bereich Wissenschaft sind dies die BeschĂ€ftigung mit Zeitgenössischer Musik, mit RadioMusiken oder auch InterpretationszugĂ€nge im Bereich Strauss/Offenbach. Besonders die Arbeit am Projekt RadioMusiken, die auch mit musikalischen und musikstrukturellen Entwicklungen aus der Beginnzeit des Rundfunkwesen im Zusammenhang steht, förderte bei ihm Fragen zu musikalischen Entwicklungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zutage, die fĂŒr ihn bis heute Auswirkungen auf die Musikbranchne haben. Bereits wĂ€hrend der letzten Jahre seiner TĂ€tigkeit als Chefdirigent in Dresden inskribierte er fĂŒr ein Doktoratsstudium an der UniversitĂ€t fĂŒr Musik und darstellende Kunst Wien, um diesen Fragen wissenschaftlich zu begegnen. Diese Form des Zugangs bringt ihm auch die Möglichkeit, sich auch jenseits der rein kĂŒnstlerischen Arbeit zu seinen Themen zu artikulieren. So ist er immer öfter Interviewpartner zu seinen Fachbereichen, im Februar 2014 publizierte er in der renommierten österreichischen Theater-Fachzeitschrift BÜHNE einen Artikel mit dem Titel Wie die Töne fliegen lernten, der in Musikerkreisen viel Aufmerksamkeit auf sich zog.
Wie die Töne fliegen lernten - BÜHNE, Februar 2014
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Seine BeschĂ€ftigung mit den diversen Strömungen der zeitgenössischen Musik der vergangenen fĂŒnfundzwanzig Jahre verschaffte ihm einen umfassenden Überblick ĂŒber das gegenwĂ€rtige Schaffen der Komponisten des E-Musikbereichs. Antworten auf seine vielen Fragen zur aktuellen Lage der Kunstmusik findet er dabei aber nur in AnsĂ€tzen. Dabei entwickelte er durchaus einen kritischen Blick auf die Avantgarde-Szene der Musik, obwohl er in seiner praktischen Arbeit, seit seiner kĂŒnstlerischen BeschĂ€ftigung mit zeitgenössischer Musik nach 1990, keiner speziellen musikalischen zeitgenössischen Ästhetik den Vorzug gab. Vielmehr findet er bis heute ein solches Vorgehen fĂŒr kĂŒnstlerisch unvereinbar und hemmend fĂŒr die Entwicklung der Musik. FĂŒr ihn ist die Darstellung der zeitgenössischen Gegenwartskunst gleichsam eine kĂŒnstlerische Verpflichtung. Dabei ist ihm der Rahmen, die Locations dafĂŒr unbedeutend. Ob es kleine SĂ€le Wiener KonzerthĂ€user sind, oder große, ĂŒberall hinterlĂ€sst er die Spuren seiner persönlichen BeschĂ€ftigung mit den zeitgenössischen Strömungen. Sein Repertoire in diesem Bereich spricht hier fĂŒr sich. Am Rande sei erwĂ€hnt, dass er PreistrĂ€ger des Dirigentenwettbewerbs der DarmstĂ€dter Ferienkurse 1996 unter dem Vorsitz von Peter Eötvös ist und schon damals seine FĂ€higkeiten, mit schwierigen Werken umzugehen, international unter Beweis stellte - im Rahmen des Abschlusskonzerts des Wettbewerbs dirigierte er Stockhausens Mixturen gemeinsam mit Peter Eötvös.
 
Die Grundlage fĂŒr seine Auseinandersetzung mit neuer Musik bildete ein Ensemble namens Österreichische Kammersymhoniker, das er 1990 grĂŒndete und mit dem er eine Unzahl an UrauffĂŒhrungen realisierte. Im Bewusstsein, dass ein derartiger Name fĂŒr die Avantgarde-Szene eine Provokation darstellen musste, war der scheinbar reaktionĂ€re Name seines Ensembles fĂŒr ihn durchaus Programm. Ihm ging es nicht um vordergrĂŒndiges Modernsein, sondern um die Entwicklung eines VerstĂ€ndnisses fĂŒr Musik und ihre Entwicklungsphasen bis in die Gegenwart von innen heraus. Auf der Suche nach dem Wesen der Musik, seiner Wirkung und seiner Gegenwartsformen entstehen die Diskrepanzen, die ihn bis heute beschĂ€ftigen. So ist auch zu verstehen, dass fĂŒr ihn nicht die Namensgebung fĂŒr ein Ensemble das Kriterium fĂŒr AuthentizitĂ€t im Umgang mit neuer Musik sein kann. Sein markiger Spruch: „Es gibt nur gute und schlechte Musiker und von den guten interessieren sich halt viele nicht fĂŒr Zeitgenössische Musik, die sollte man besser zu Projekten mit neuer Musik nicht einladen...“ machte ihn durchaus nicht zum Liebling der Avantgarde, auch mancher Etablierter nicht. Wie sonst kann der einzige österreichische Dirigent, der jemals einen Wettbewerb fĂŒr zeitgenössische Musik (Darmstadt 1996) gewinnen konnte, in der österreichischen Advandgardeszene nicht vorkommt.
Es zeigt aber, welche Fragen er sich tatsĂ€chlich stellt. FĂŒr ihn ist es die musikalische Hochbegabung, sei es nun instrumentalistische, oder die kompositorische, die in Symbiose mit einer großen Neugier fĂŒr das Neue, Selbstdisziplin, Toleranz und einem festen Stand bei zeitgenössischem Gegenwind der Musik den Weg in die Gegenwart weist. DafĂŒr nimmt er auch die Ablehnung in gewissen ZusammenhĂ€ngen in Kauf.
 
Aus dieser Haltung entstehen seine Fragen nach den GrĂŒnden der Abwehrhaltung gegenĂŒber der Neuen Musik bei so vielen Musikern, nach dem Wesen der zeitgenössischen Musik, danach, ob jemand ĂŒberhaupt recht haben kann, wenn er/sie eine Bewertung zur zeitgenössischen Musik formuliert, nach den Konsequenzen, wenn man heilige zeitgenössische KĂŒhe schlachtet oder - mĂ€stet, nach den Möglichkeiten, Wege des VerstĂ€ndnisses und Wege der Rezeption von Musik der Zukunft zu finden – Rezeption(?) - also fĂŒr ein Publikum...?
 
Sein Ensemble, mit dem er von 1990 bis 2003 arbeitete, setzte sich konsequenterweise ausschließlich nicht aus Spezialisten fĂŒr neue Musik zusammen, sondern aus Musikern, die im bĂŒrgerlichen Beruf in Orchestern ihr Einkommen verdienten, die aber ein großes Interesse an zeitgenössischen Musikströmungen hatten und fĂŒr die die BeschĂ€ftigung damit durchaus einen Ausgleich zu den ewig gleichen Werken des gĂ€ngigen Repertoires darstellten. Es war ein Gegenkonzept zum damaligen Mainstream, allerdings hat es nicht zu dem Ziel gefĂŒhrt, das Ernst Theis sich erhoffte. Im Gegenteil, sein Projekt existiert heute nicht mehr. Ist er deshalb gescheitert?
 
Er empfindet dies nicht. Seine Antwort war die Distanz, aber nicht aus Ärger, sondern um sich zu sammeln, um einen neuen Zugang zur Neuen Musik zu finden. Als Dirigent vielseitig und auch mit den Jahren durchaus Anerkennung findend, arbeitete er in der Folge viel im gĂ€ngigen Repertoire und entschloss sich schlussendlich, das Amt des Chefdirigenten der Staatsoperette Dresden anzunehmen. Seine Anstrengungen fĂŒr die Zeitgenössische Musik beschrĂ€nkte er zu großen Teilen in den Bereich der Lehre an der Konservatorium Wien PrivatuniversitĂ€t. Mehr dazu unter Lehre.
 
Wie es seinem kĂŒnstlerischen Naturell entspricht, findet er auch an einem Haus wie der Staatsoperette Dresden seinen Weg der musikalischen Bewusstseinserweiterung. Projekte wie Der unbekannte Johann Strauss und Der deutsche Offenbach entstehen. Ganz unerwartet aber auch ein Projekt, das man gerade an einem derartigen Haus nicht vermuten wĂŒrde – Das Projekt RadioMusiken.
 
Hier findet Ernst Theis zu seinen Wurzeln zurĂŒck. Schon in den 1990er Jahren hat er sich mit seinem Ensemble mit RadioMusiken beschĂ€ftigt. Eine vierteilige CD-Serie, die er fĂŒr cantate/musicaphon produzierte, enthĂ€lt bereits einige Werke, die ihren Ursprung als Auftrag eines Radiosenders haben. Mit dem Projekt RadioMusiken findet er auch jene Partner, die er benötigt um sein Potential als KĂŒnstler in diesem Bereich ausleben zu können. Dr. Steffen Lieberwirth, damals Musikchef bei MDR Figaro und Dr. Jens-Uwe Völmecke, Mitarbeiter beim WDR und beim MDR, etablieren das Projekt RadioMusiken ungewöhnlicherweise nicht bei einem der deutschen Rundfunksender, sondern an der Staatsoperette Dresden, wo der mit Musik dieser Epoche erfahrene Chefdirigent Ernst Theis mit seinem Orchester die Grundlagen bereits gelegt hatten, ein derartiges Projekt umsetzen zu können. SpĂ€ter stĂ¶ĂŸt Uwe Schneider hinzu, eigentlich Mediendramaturg der Staatsoperette Dresden und persönlicher Referent des Intendanten, vertieft er sich gemeinsam mit Ernst Theis in das Projekt RadioMusiken und bildet das dramaturgische Bindeglied zwischen Staatsoperette Dresden und dem Mitteldeutschen Rundfunk.
 
Ernst Theis hat aber bereits seit geraumer Zeit einen Weg beschritten, der in KĂŒnstlerkreisen nicht selten unvereinbar ist. Jenen der Wissenschaft. Die umfangreichen Recherchen fĂŒr das Projekt und die intensive BeschĂ€ftigung mit den zahllosen Stilen, die im RadioMusiken-Projektzeitraum 1923 bis 1933 zu finden sind, veranlassen ihn, eine Dissertation mit dem Thema Musik fĂŒr das Medium Radio in Angriff zu nehmen. Sie befindet sich derzeit im letzten Drittel der Erarbeitungsphase. Trotz der Doppelbelastung als UniversitĂ€tslehrender und Chefidirigent eines deutschen Musiktheaters in den Jahren 2003 bis 2009 geht er engagiert an die Arbeit, löst sich aber 2009 aus seiner LehrtĂ€tigkeit heraus, um sich vollkommen auf die Aufgaben in Dresden und seiner Dissertation zu konzentrieren. Seine Themen sind, wie schon seit vielen Jahren: Was geschah um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wirklich? Ein brisantes Thema, heikel wie kaum ein anderes in der Kulturpolitik, kann die Antwort doch Verschiedenstes zu Tage fördern. Vielleicht, dass Schönberg vollkommen recht hatte, oder auch vollkommen unrecht – ein Sakrileg, eine Chance, eine Ungerechtigkeit, eine Notwendigkeit... Wer weiß es? Auch Ernst Theis nicht. Wertfrei versucht Ernst Theis seine Gedanken im Zuge der Arbeit an seiner Dissertation zu sortieren und findet immer neue fĂŒr seine Arbeit wichtige Themen. Immer mehr ist es: Die Neurobiologie und die neurobiologischen Wirkungen von Musik auf das menschliche zentrale Nervensystem, was ihn beschĂ€ftigt – nicht gerade ein Thema eines Dirigenten, aber ein UnerlĂ€ssliches fĂŒr Ernst Theis.

Lehre

Eine wichtige Frage, die Ernst Zeit ĂŒber sein ganzes Berufsleben begleitet, ist jene nach der geeigneten Form Musik zu lehren. Schon als Studierender arbeitet er an der Musikschule Korneuburg und stĂ¶ĂŸt dort auf die ersten Unvereinbarkeiten zwischen Musik, PĂ€dagogik, Spaß am Musikzieren und der Ernsthaftigkeit der Bedeutung kultureller Bildung fĂŒr Jugendliche aus gesellschaftlicher Sicht. Bereits im Alter von 25 Jahren vertraut ihm die Leitung des damaligen Konservatoriums der Stadt Wien eine Klasse des zentralen kĂŒnstlerischen Fachs Schlagwerk an. Ernst Theis verlĂ€sst die Musikschule, schließt ein Jahr nach seinem Konzertfachdiplom sein pĂ€dagogisches Studium als Instrumentallehrer ab, und entschließt sich, am Musiksoziologischen Institut der damaligen Hochschule fĂŒr Musik und Darstellenden Kunst weiter zu studieren. Dieses Studium beendet er mit einem Magister artium. Parallel dazu beschĂ€ftigt er sich mit dem Dirigieren. Othmar Suitner ist hier sein erster Ratgeber. Die BeschĂ€ftigung mit soziologischen Themen ist bis heute ein wichtiges Thema fĂŒr ihn. Auch seine Dissertation mit dem Thema Musik fĂŒr das Medium Radio schreibt er am selben Institut der heutigen MusikuniversitĂ€t Wien.
 
Seine Arbeit am Konservatorium fĂŒhrte schlussendlich dazu, dass eine ganze Reihe seiner Studierenden heute in den wichtigsten Österreichischen Orchestern tĂ€tig sind. Sein Hang zur inhaltlichen Arbeit mit einem deutlichen Zug der Weiterentwicklung des Ausbildungssystems vom bloßen Spezialistentum zu umfassend ausgebildeten Instrumentalisten tritt immer deutlicher zu Tage. Diese inhaltliche Arbeit fĂŒhrte dazu, dass er von den Lehrenden der Abteilung 4 Blasinstrumente und Schlagwerk 1996 zum Abteilungsleiter der besagten Abteilung gewĂ€hlt wurde. Mit dieser Erweiterung seiner Kompetenzen ging ein verstĂ€rktes inhaltliches Arbeiten Hand in Hand. Auf vielen Ebenen entwickelte er Strukturen, welche die Lehre an der Abteilung 4 im Bereich Zentrales kĂŒnstlerisches Fach effizienter und zielorientierter machte.
 
Sein besonderes Interesse an zeitgenössischer Musik findet auch in seiner LehrtĂ€tigkeit seinen Niederschlag und war Anstoß fĂŒr die Implementierung der Praktischen Übung Solistenensemble, aus dem sich spĂ€ter das Praktikum Modern entwickelte. Es handelt sich dabei um ein ErgĂ€nzungsfach fĂŒr neuere und zeitgenössische Musik.
 
Trotz seines Engagements in Dresden wurde Ernst Theis von der Leitung Konservatoriums gebeten, an der Vorbereitungsarbeiten fĂŒr die Akkreditierung des Konservatoriums Wien zur PrivatuniversitĂ€t mitzuarbeiten. Zusammen mit seiner Studienkommission entwickelte er Inhalte, welche fĂŒr die Akkreditierung, wie sich zeigen sollte, von wesentlicher Bedeutung waren. Exemplarisch sei hier die Entwicklung des FĂ€cherkomplexes Angewandte Musiktheorie benannt. In diesem Bereich, welcher in den Studienplan des Masterstudiums sowohl des Instrumentalstudiums als auch des im Herbst 2008 akkreditierten Master of Arts Education (MAE) integriert ist, werden praktische und theoretische Inhalte in inhaltlicher Abstimmung gelehrt. FĂŒr Ernst Theis ist es ein Schritt zur Institutionalisierung seiner Vorstellung eines umfassenden Lehrprofils, bei dem das stĂ€ndige Ineinanderfließen von theoretischen und praktischen Inhalten zu einem erweiterten und vertieften VerstĂ€ndnis der Musik bei den Studierenden fĂŒhren sollten mit dem Ziel, eine Grundlage fĂŒr selbststĂ€ndiges Erarbeiten von musikalischen Werken jenseits des Erarbeitens des Notentextes zu bilden. Einer seiner geflĂŒgelten SprĂŒche in diesem Zusammenhang ist: Ich will, dass die Musiker wissen, wovon sie spielen. Nicht alle verstehen, was er damit meint, manche entwickeln Befindlichkeiten, aber einige wichtige Begleiter seiner Arbeit verstehen genau. Es werden jene sein, die als Mitglieder der Studienkommission der Abteilung 4 mit ihm gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Akkreditierung des Konservatoriums zur PrivatuniversitĂ€t leisten werden.
 
In der Folge implementiert Ernst Theis das Projekt composers in residence in den AktivitĂ€tenbereich des Konservatoriums. Dieses Projekt sieht die persönliche Zusammenarbeit von Studierenden mit Komponisten und die Realisierung von seitens des Konservatoriums vergebenen KompositionsauftrĂ€gen vor. Sein Beurteilungssystem fĂŒr kĂŒnstlerische Leistungen an KunstuniversitĂ€ten, das auf unterschiedlichen Beurteilungskriterien kĂŒnstlerischer und struktureller Natur besteht, wird im Zusammenhang mit der Akkreditierung des Konservatoriums zu PrivatuniversitĂ€t von besonderer Relevanz sein. Die von Ernst Theis initiierten (Zitat - Akkreditierungsrat der Republik Österreich) offensichtlichen Zielsetzungen, Kompetenzorientierung und Modelle der Abteilungen BlĂ€ser und Schlagwerk... [sind] von den Gutachtern als am vollstĂ€ndigsten, aktuellsten, fortschrittlichsten und zukunftsorientiertesten zum Maßstab fĂŒr viele andere Abteilungen [gesehen geworden] (Zitat Ende).
 
Als Abteilungsleiter unbefristet, verzichtete Ernst Theis im Zuge der Akkreditierung zugunsten der UniversitĂ€tswerdung des Konservatoriums auf seine Unbefristung und stellte so unter Beweis, dass er zugunsten innovativer Entwicklungen auch bereit ist, auf persönliche Privilegien zu verzichten. Nach erfolgter Akkreditierung des Konservatoriums zur PrivatuniversitĂ€t durchlief er, wie es die neue Satzung der KWU vorsieht, ein Evaluierungsverfahren unter Einbeziehung externer Gutachter. In der Folge wurde er fĂŒr die neu errichtete UniversitĂ€t als Abteilungsvorstand berufen.
 
2009 schied Ernst Theis als UniversitĂ€tslehrender aus der Konservatorium Wien PrivatuniversitĂ€t zugunsten seiner kĂŒnstlerischen Arbeit und seiner Arbeit an seiner Dissertation aus. Seine BeschĂ€ftigung mit Fragen der Ausbildung von KĂŒnstlern und der Kunstvermittlung im Allgemeinen ist aber nach wie vor nicht abgeschlossen. Vielleicht fĂŒhrt in sein Weg auch wieder an eine UniversitĂ€t. Im Sinne des umfassenden KunstverstĂ€ndnisses, das Ernst Theis fĂŒr sich formuliert hat, sollte dies ein logischer Schritt sein.

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