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Ernst Theis

Vita

Ernst Theis

Die Debuts, die Ernst Theis in j├╝ngster Vergangenheit absovierte, zeigen Nachhaltigkeit. Alle Orchester haben ihn wieder eingeladen und mit dem ShenZhen Symphonieorchester, dem Sendai Philharmonic Orchestra 2016 und dem Osaka Symphony Orchestra im Juni 2018 hat er sich den asiatischen Raum mit dem klassischen Reperoire erschlossen. Nun spielt er auch Tontr├Ąger mit diversen Orchestern ein. Die Deutsche Radiophilharmnie Saarbr├╝cken/Kaiserlautern, das M├╝nchner Rundfunkorchester oder das RSO Wien geh├Âren dazu. Und er bleibt sich treu. Als das Konzerthaus Wien ihm ein Angebot machte, pr├Ąsentierte er im Konzertsaal und live im Radio mit dem RSO Wien ein zentrales Projekt seiner k├╝nstlerischen Arbeit - Radiomusiken von Kurt Weill. Dieses Projekt hat sich objektiv sukzessive gemausert. Betrachtet man den Pressespiegel des K├╝nstlers, so finden sich dort die sehr positiven Kritiken seines j├╝ngsten Tontr├Ągers, den er mit dem M├╝nchner Rundfunkorchester und seinem kongenialen Partner Oliver Triendl produzierte - Triendl/M├╝nchner Rundfunkorchester/Theis. Etwas weiter unten in seinem Pressseespiegel finden sich jedoch eine Unzahl an Kritiken zu seiem RadioMusiken-Projekt, und was seine Agentur eingef├╝gt hat, sind nicht einige Ausz├╝ge, sondern Ausz├╝ge aus allen verf├╝gbaren Rezensionen, die f├╝r sich selber sprechen - Presssespiegel RadiMusiken. Kein Wunder, dass jener Sender, der mit ihm in Kooperation dieses Projekt entwickelte - Mitteldeutscher Rundfunk - daran denkt, ihn zum Sender direkt einzuladen... es wird sich zeigen und es w├Ąre zu hoffen.
 
Ernst Theis absolvierte in der j├╝ngeren Vergangenheit mehrere erfolgreiche Debuts. Dazu geh├Âren jene bei den St. Petersburger Philharmonikern, der Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz, der NDR Radio Philharmonie Hannover, beim M├╝nchner Rundfunkorchester und andere mehr. Sein Debut beim bedeutenden japanischen Sendai Philharmonic Orchestra steht im Oktober 2014 bevor. Auf dem Kurt Weill Fest ist er mittlerweile gern gesehener Gast, im M├Ąrz 2015 wird er bereits das dritte Mal dort auftreten. Diesmal aber nicht mit seinem ehemaligen Ensemble aus Dresden, sondern mit der Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz wird er die beiden Abschlusskonzerte geben. Richard Strauss, Anton├şn Dvoř├ík und nat├╝rlich Kurt Weill werden auf dem Programm stehen. Unmittelbar darauf wird er im Wiener Konzerthaus gemeinsam mit dem RSO Wien sein Projekt RadioMusiken auch in Wien pr├Ąsentieren k├Ânnen. Zuvor wird es u.a. noch ein Debut bei der Deutschen Radiophilharmonie Saarbr├╝cken/Kaiserslautern geben und eine ausgedehnte Tournee durch China. Neu ist die Zusammenarbeit mit der Akademie f├╝r Alte Musik Berlin, die ihn in namhafte S├Ąle wie das Konzerthaus Berlin, das Concertgebouw Amsterdam und das Grand Th├ę├ótre, Dijon bringen wird. Mit dem Brucknerorchester Linz arbeitete er schon vor seiner Amtszeit als Chefdirigent in Dresden zusammen. Den H├Âhepunkt dieser Zusammenarbeit stellte ein Gastspiel bei dem renommierten Festival f├╝r zeitgen├Âssische Musik wien modern dar. Im Juni 2015 wird Ernst Theis nun wieder an das Pult des ober├Âsterreichischen Traditionsorchesters zur├╝ckkehren, ebenso wie auch zum M├╝nchner Rundfunkorchester, bei dem er im April 2014 debutierte. In der Folge wird er auch die langj├Ąhrige Zusammenarbeit mit der Slowakischen Philharmonie in der Erarbeitung des Klagenden Lieds von Gustav Mahler im September 2015 seine Fortsetzung finden. Sein Partner beim 3. Beethoven Klavierkonzert wird der bekannte ├Âsterreichische Pianist Till Fellner sein.
 
Ernst Theis legte mit Ende Juli 2013 sein Amt als Chefdirigent der Staatsoperette Dresden nieder. Sein gro├čes Ziel, mitzuhelfen, f├╝r dieses Theater eine Zukunftsperspektive zu schaffen, ist gegl├╝ckt. Schon im Verlauf der Spielzeit 2011/12 erfolgte die Entscheidung durch die verantwortlichen Politiker Dresdens, die neue Heimstatt f├╝r die Staatsoperette Dresden im geplanten Kulturkraftwerk Mitte in Dresden zu bauen. In einer Zeit, in der viele Musikinstitutionen mit Existenzk├Ąmpfen besch├Ąftigt sind, kann nur durch nachhaltiges k├╝nstlerisches Arbeiten derartiges erreicht werden und das ist es, was auch nach wie vor die Zukunftsziele f├╝r ihn sind, nachhaltiges k├╝nstlerisches Arbeiten im Dialog.
 
Nach den H├Âhepunkten des Jahres 2011, der ├ľsterreich-Premiere des Projekts RadioMusiken mit einem Konzert am 20. M├Ąrz 2011 im Brucknerhaus Linz, der Einladung zum Internationalen Brucknerfest Linz am 29. September 2011 mit Gustav Mahlers Das Lied von der Erde mit Brigitte Pinter als Mezzosopran und Herbert Lippert als Tenor, der erstmaligen Durchf├╝hrung des Johann Strauss Festivals Dresden, dessen Initiierung direkt auf Ernst Theis' intensive Besch├Ąftigung mit den Komponisten Johann Strauss und Jacques Offenbach zur├╝ckgeht, stellte sein Debut bei der NDR Radiophilharmonie Hannover am 19. Januar 2012 eine weitere Anerkennung seiner Arbeit dar.
Auch sein Gastpiel auf dem Weill Fest Dessau 2010 zog eine Wiedereinladung zu diesem namhaften Festival nach sich. Am 10. M├Ąrz 2013 bestritt er und sein Dresdner Ensemble das Abschlusskonzert des Weill Fests Dessau 2013 mit Werken von Kurt Weill und dessen Zeitgenossen geben.
 
Was seine Besch├Ąftigung mit Werken der Klassischen Moderne betrifft, so empfindet Ernst Theis seine erste Einladung zum Kurt Weill Fest 2011 (Dessau) als besondere Auszeichnung. Mit Leben in dieser Zeit (Edmund Nick - Musik, Erich K├Ąstner - Text), einem der zentralen Werke, welche in den 1920er Jahren f├╝r das Medium Radio komponiert wurden, konnte er auf diesem Festival einen nachhaltigen Erfolg einfahren (Pressespiegel). Unmittelbar im Anschluss erfolgte die Wiedereinladung zu diesem bedeutenden deutschen Musikfestival durch den Intendanten Michael Kaufmann. Hier schlie├čt sich ein k├╝nstlerischer Kreis f├╝r Ernst Theis, den er bereits in den 1990er Jahren mit seiner jahrelangen Besch├Ąftigung mit Werken der klassischen Moderne angesto├čen hat. Sein Konzertrepertoire umfasst eine F├╝lle von Werken aus dieser Zeit.
 
Seit 2005 entwickelt Ernst Theis in Dresden das sehr spezifische Projekt RadioMusiken in Dresden. Dies ist ein Kooperationsprojekt mit dem Mitteldeutschen Rundfunk, Deutschlandradio Kultur, der Akademie der K├╝nste Berlin, dem deutschen Tontr├Ąger-Label CPO und der Staatsoperette Dresden und sieht die Rundfunk- und CD-Produktionen all jener Werke vor, die in den Jahren 1925 bis 1935 f├╝r das Medium Radio komponiert wurden vor. Bisher wurden die beiden Orchestersuiten von Franz Schreker und Ernst Toch, die Radio-Ouverture von Pavel Haas, das Berliner Requiem von Kurt Weill, die T├Ąnzerische Suite von Eduard K├╝nneke, die Radiomusik Nr. 1 und 2 von Max Butting, Balladen und B├Ąnkel von Wilhelm Grosz sowie das oben bereits erw├Ąhnte Rundfunkh├Ârspiel Leben in dieser Zeit von Edmund Nick und Erich K├Ąstner, sowie die Radioh├Ârspiele Mord von Walter Gronostay und Sabinchen von Paul Hindemith. F├╝r Sabinchen hat Ernst Theis auch die Rekonstruktion der verloren gegangenen Instrumentation Paul Hindemiths vorgenommen.
 
Die Produktion Leben in dieser Zeit, die als CD mittlerweile ├Ąu├čerst erfolgreich erschienen ist, kam im November 2008 innerhalb von wenigen Tagen auf Deutschlandradio Kultur, WDR und MDR zur Ausstrahlung. 2009 wurde diese Einspielung als einer von zwei s├Ąchsischen Beitr├Ągen in der ARD-Reihe 60 Deutsche Jahre neben der 5. Symphonie von Dimitri Schostakowitsch (Staatskapelle Dresden, Jury Kondraschin, 1965) auf allen ARD-Sendern gleichzeitig ausgestrahlt. Den H├Âhepunkt f├╝r dieses Werk bildete seine Pr├Ąsentation auf dem Kurt Weill Fest Dessau 2011. Eine Nachhaltigkeit im Bereich Pr├Ąsentation und Anerkennung durch die Fachwelt, die Wiederentdeckungen nur selten erreichen.
 
Seit Beginn der Spielzeit 2003/04 ist Ernst Theis Chefdirigent der Staatsoperette Dresden. Mit hohem pers├Ânlichem Engagement tr├Ągt er mit seiner k├╝nstlerischen Arbeit dazu bei, dass aktuell f├╝r das Ensemble der Staatsoperette Dresden der Neubau eines Theatergeb├Ąudes erwogen wird.
 
Beachtung in der Fachwelt findet seit Jahren seine Besch├Ąftigung mit dem Werk von Johann Strauss und Jacques Offenbach. Auf der Grundlage des Projekts Der unbekannte Johann Strauss initiierte er gemeinsam mit dem Intendanten des Dresdner Theaters, Wolfgang Schaller, eine Johann Strauss-Pflege. Es erfolgten die Inszenierungen und Tontr├Ąger-Gesamteinspielungen der Strauss-Operetten Das Spitzentuch der K├Ânigin), Carneval in Rom und Prinz Methusalem sowie der Operette La P├ęrichole (Jacques Offenbach), die die Erstproduktion des Projekts Der deutsche Offenbach ist. Diese Arbeit m├╝ndet 2011 in das oben bereit angesprochene erste Johann Strauss Festival Dresden ein.

Fr├╝here Schaffensphasen

Seine Konzertt├Ątigkeit f├╝hrte ihn bisher zu Orchestern wie den St. Petersburger und Hamburger Symphonikern, der MDR Kammerphilharmonie und dem MDR Symphonieorchester Leipzig, dem WDR Rundfunkorchester, der Slowakischen Philharmonie, dem Haydn Orchester Bozen, dem Lettischen Nationalorchester Riga, dem United European Chamber Orchestra Milano, dem Monterrey Philharmonic Orchestra, dem RSO Wien, dem Nieder├Âsterreichischen Tonk├╝nstlerorchester, dem Bruckner Orchester Linz, dem Wiener Kammerorchester sowie zu den Ensembles f├╝r Neue Musik Ensemble Modern Frankfurt und die reihe. Im Verlauf der Leitung der Wiener Volksoper durch Rudolf Berger kehrte Ernst Theis 2007 an die Wiener Volksoper zur├╝ck und leitete dort zwei Wiederaufnahmen.
 
Einen fr├╝hen H├Âhepunkt in der Karriere von Ernst Theis stellte das Jahr 1996 dar. Ernst Theis war zu dieser Zeit sein f├╝nftes Jahr dirigentisch t├Ątig. Ausgestattet mit einem Stipendium des Bundesministeriums f├╝r Unterricht und Kunst nahm er an den Internationalen Ferienkursen f├╝r Neue Musik Darmstadt und dem von den Ferienkursen veranstalteten Dirigentenwettbewerb teil. Unter dem Vorsitz des renommierten Dirigenten Peter E├Âtv├Âs entscheidet sich die Jury f├╝r Ernst Theis als Preistr├Ąger. Dies bringt u. a. ein Dirigat beim Ensemble Modern Frankfurt und die Einladung zum Fr├╝hlingsfestival St. Petersburg mit sich. Dort erarbeitet er mit den St. Petersburger Symphonikern Anton Weberns Passacaglia und das Violinkonzert von Alban Berg, ein Programm, das in der Philharmonie St. Petersburg zur Auff├╝hrung kommt.
 
Doch bereits 1995 nahm seine Karriere eine teilweise Wende. Nach einem kurzfristig anberaumten Vordirigat an der Wiener Kammeroper (Intendant Rudolf Berger) wird ihm eine Reihe von Vorstellungen einer Produktion der Wiener Kammeroper anvertraut. Die T├Ątigkeit an der WKO setzte sich bis in die Intendanz Josef Husseks hinein fort. Ernst Theis erarbeitete Premieren wie Cosi fan tutte (Mozart), Die Gro├čherzogin von Gerolstein (Offenbach) und Eine Nacht in Venedig (Johann Strauss). F├╝r die Nacht in Venedig erarbeitete er auf eigenes Betreiben eine Instrumentation f├╝r 16 Instrumentalisten, die sich klang├Ąsthetisch besonders gut in die Raumakustik der Wiener Kammeroper einf├╝gte. Im selben Jahr wurde Ernst Theis f├╝r ein Einspringer-Dirigat seitens der Wiener Volksoper angefragt. Sein Vordirigat f├╝hrte zu einem fast dreij├Ąhrigen Engagement als Kapellmeister an diesem Haus bis Ende der ├ära der Intendanz Klaus Bachler. In den folgenden Jahren vervollkommnet Ernst Theis seine kapellmeisterlichen F├Ąhigkeiten und baut sein Konzertrepertoire kontinuierlich aus.

Die Anf├Ąnge

Geboren in Ober├Âsterreich, studierte Ernst Theis in Wien an der Hochschule f├╝r Musik und Darstellende Kunst (heute Universit├Ąt f├╝r Musik und Darstellende Kunst Wien). Er belegte zwei Instrumentalstudienrichtungen - Trompete und Schlagwerk. Seinen Diplomabschluss im Zentralen k├╝nstlerischen Fach Schlagwerk legte er 1983 mit Auszeichnung ab und erhielt daf├╝r den W├╝rdigungspreis des Bundesministeriums f├╝r Unterricht und Kunst der Republik ├ľsterreich. In der Folge arbeitete er bei verschiedenen Wiener Orchestern (RSO Wien, Wiener Volksopernorchester, Wiener Symphoniker, Wiener Philharmoniker). Bereits 1986 wird ihm die Leitung einer Klasse des Zentralen k├╝nstlerischen Fachs Schlagwerk am damaligen Konservatorium der Stadt Wien (heute Konservatorium Wien Privatuniversit├Ąt) ├╝bertragen.
 
Bei Otmar Suitner betrieb er in der Folge seine Dirigierstudien, auch Peter Keuschnig war einer seiner Mentoren. Auf Suitners nachdr├╝cklichen Rat entschloss sich Ernst Theis dirigentisch t├Ątig zu werden. Am 05. J├Ąnner 1989 deb├╝tierte er mit den ├ľsterreichischen Kammersymphonikern (dieses Kammerorchester ging aus der ORF Sinfonietta hervor) im Reichsratssaal in Lustenau (Vorarlberg). Mit diesem Ensemble, zu dessen k├╝nstlerischem Leiter er in der Folge bestellt wurde, bestritt er im Jahr 1991 seinen ersten Zyklus im Wiener Konzerthaus auf Initiative des Gesch├Ąftf├╝hrers der jeunesse musicales, Roland Geyer. In den weiteren Jahren besch├Ąftigte er sich intensiv mit der Erarbeitung von Zeitgen├Âssischer Musik und Musik des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts. Durch diese Arbeit wird sein Ruf als Spezialist f├╝r Musik dieser Epochen begr├╝ndet.
 
Bis 2004 blieb er k├╝nstlerischer Leiter der ├ľsterreichischen Kammersymphoniker und weitet das Repertoire dieses Ensembles auf die Wiener Klassik aus. Daraus resultiert die bislang weltweit einzige Gesamteinspielung aller Haydn-Klavierkonzerte, dier er mit dem italienische Pianisten Massimo Palumbo 2002 beim deutschen Label Arts Music vorlegte. Es handelt sich hierbei um 13 Concerti und Concertini auf insgesamt 3 CDs.
 
Aus demselben Zeitraum stammt eine 4 CDs umfassende CD-Serie mit Werken des beginnenden 20. Jahrhunderts (Martinu, Honegger, Milhaud, Schulhoff) und zeitgen├Âssischer Musik, die Ernst Theis f├╝r das deutsche Label Cantate Musicaphon produzierte.

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