keine Bildbeschreibung
Ernst Theis
Foto: nmz.de

Erneut sind RadioMusiken in Dresden entstanden. Walter Braunfels komponierte 1929 für den Rundfunk ein Divertimento für Radio-Orchester und Heinrich Sutermeisters 1934 die RadioOper Jorinde und Jorigel. Gemeinsam mit Die sieben Todsünden von Kurt Weill kamen diese Werke konzertant am 30. September 2011 in Dresden zur Aufführung.
Anmerkungen zu den beiden neuen Werken
Von den Nationalsozialisten wurde Sutermeisters RadioOper im Völkischen Beobachter als entartet eingestuft und taucht bis heute in seinem Werkverzeichnis nicht auf. Uwe Schneider, Dramaturg des Projekts RadioMusiken, hat das Werk in Zürich wiedergefunden. Beeindruckend wirkt das Werk in seiner klanglichen Kraft, obwohl das Ensemble lediglich einem zwölfköpfigen Instrumentalensemble, zwei Gesangssolisten und einem Kammerchor von 20 Sängern besteht. Die musikalische Sprache ist einfach aber hoch suggestiv. Ganz deutlich tritt bei diesem Werk zu Tage, wie stark Sutermeister mit seiner musikalischen Sprache versuchte, die Vorstellungskraft des nur auf sein Gehör und seine Fantasie angewiesenen Radio-Publikums zu stimulieren.
Walter Braunfels zeigt mit seinem Divertimento, dass er im Augenblick zurecht eine Renaissance erfährt. In fünf realtiv knappen Sätzen entwickelt er eine eigenständige Welt der unterschiedlichsten Musiksprachen, die das Publikum sowohl mit ihrer Klangsensivilität als auch mit virtuoser Kompositionstechnik beeindruckt.